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Aktuelle Zukunftskonzepte mit Ziel Gemeinwohlorientierung & Nachhaltigkeit

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Beschreibung

Die gegenwärtig in Europa praktizierte Wirtschafts- und Gesellschaftsform ist charakterisiert durch deregulierte Märkte und eine dominante Orientierung an Gewinnmaximierung. Sie wird als neoliberal oder marktradikal bezeichnet. Spätestens mit der Finanz-, Wirtschafts- und Währungskrise 2008 ff. ist deutlich geworden, dass diese Gesellschaftsform unsozial, unökologisch und instabil ist. In vielen südeuropäischen Ländern ist die Verelendung großer Bevölkerungsgruppen offensichtlich. In Deutschland sorgen zwar die Wirtschaftsstruktur und daraus resultierende Exporterfolge für vorwiegend positive Wirtschaftsdaten, aber auch bei uns nimmt die soziale Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen zu, und die Erfüllung staatlicher, daseinssichernder Aufgaben wird immer mehr reduziert. Diese Strukturen und Prozesse entsprechen nicht den zentralen Werten der Aufklärung und der Demokratie, die im deutschen Grundgesetz und in den europäischen Verträgen als Grundlage unseres Zusammenlebens festgelegt wurden. Sie fördern vielmehr Resignation der Bürger und extremistische Bewegungen und Parteien.
Daraus stellt sich die Frage nach der Richtung der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft:
• ENTWEDER Fortsetzung der bisherigen neoliberalen, marktradikalen Konzepte (evt. mit kleinen Korrekturen), unter Inkaufnahme von Krisen, Rückentwicklung des Staates, zunehmender sozialer Ungleichheit und zunehmender Belastung von Gesundheit und Lebensqualität vieler Bürger sowie der Umwelt,

• ODER Wiederanknüpfen an die traditionsreichen Konzepte, orientiert an
Nachhaltigkeit,
 des New Deal in den USA 1933-80,
 von sozialer Marktwirtschaft in West-Deutschland 1949-90,
 von Wohlstandsgesellschaften in Skandinavien,
 von Umweltschutz seit den 1960er Jahren in den USA und seit den 1970er Jahren in Westdeutschland,
 der Agenda 21 der Vereinten Nationen von 1992, unterzeichnet von 170 Staats- oder Regierungschefs auf der Gipfelkonferenz von Rio de Janeiro.
Der Nachhaltigkeit verpflichtete Konzepte wurden in den letzten Jahrzehnten in Wirtschaft und Politik zunehmend marginalisiert, beginnend in den USA und Großbritannien um 1980, in Deutschland seit dem Ende des Kalten Krieges 1990.
Weiterentwicklungen und Aktualisierungen der genannten historischen Konzepte werden seit Jahrzehnten diskutiert und haben Eingang in zahllose Veröffentlichungen und viele internationale Verträge gefunden.
Auf der Ebene der Weltstaatengemeinschaft wurden 2015 zwei vielleicht bahnbrechende Abkommen geschlossen, allerdings mit geringer Durchsetzungsmacht:
• die Agenda 2030 der Vereinten Nationen: Ein besonders wichtiges Ziel der insgesamt 17 Ziele ist die weltweite Abschaffung der extremen Armut bis 2030,
• das Pariser Klimaschutzabkommen: Es soll ermöglichen, die Erderwärmung auf unter 2°C zu begrenzen.

Für Zukunftskonzepte, die auf Nachhaltigkeit und Gemeinwohlorientierung zielen, sind aktuell im deutschsprachigen Raum beispielhaft:
• die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung,
• die Gemeinwohl-Ökonomie von Christian Felber,
• die Soziale Ökologische Marktwirtschaft des Dozenten der LV.
In den USA ist aktuell beispielhaft
• die Bewegung „Our Revolution“ von Bernie Sanders, Senator und Bewerber von 2016 um die demokratische Präsidentschaftskandidatur.
Die sechs letztgenannten Konzepte stehen im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung, einschließlich historischer und wissenschaftstheoretischer Aspekte und Realisierungsstrategien.

Weitere Angaben

Ort: 22/107: Freitag. 06.04. 14:15 - 18:15, Samstag. 07.04. 09:15 - 13:15, Freitag. 08.06. 14:15 - 18:15, Samstag. 09.06. 09:15 - 13:15, 41/E07: Freitag. 04.05. 14:15 - 18:15, Samstag. 05.05. 09:15 - 13:15
Zeiten: Termine am Freitag. 06.04. 14:15 - 18:15, Samstag. 07.04. 09:15 - 13:15, Freitag. 04.05. 14:15 - 18:15, Samstag. 05.05. 09:15 - 13:15, Freitag. 08.06. 14:15 - 18:15, Samstag. 09.06. 09:15 - 13:15, Ort: 22/107, 41/E07
Erster Termin: Fr , 06.04.2018 14:15 - 18:15, Ort: 22/107
Veranstaltungsart: Blockseminar (Offizielle Lehrveranstaltungen)

Studienbereiche

  • Sozialwissenschaften > Bachelor Sozialwissenschaften
  • Sozialwissenschaften > Zwei-Fächer-Bachelor Kernfach Soziologie
  • Sozialwissenschaften > Zwei-Fächer-Bachelor Kernfach Politik

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