INSTITUT FÜR

SOZIALWISSENSCHAFTEN


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Schwerpunkte in Forschung und Lehre

1) Vergleichende Analyse soziologischer Grundbegriffe und Theorien

In der Lehre verankert ist hier die vergleichende Behandlung (a) der verstehenden Soziologie von Weber über den symbolischen Interaktionismus und die phänomenologische Soziologie bis hin zur Ethnomethodologie, (b) der Kritischen Theorie, (c) der Rational Choice-Theorien, sowie (c) systemtheoretischer Ansätze. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Bestimmung des Verhältnisses zwischen den verschiedenen handlungstheoretischen Ansätzen einerseits und der neueren Systemtheorie andererseits, sowie der Entwicklung von Möglichkeiten der Kooperation über die Grenzen der verschiedenen Theo­rietraditionen hinweg. Untersucht wird in diesem Zusammenhang auch, inwiefern und in welcher Weise es theoretischen Ansätzen mit fachuniversalem Anspruch gelingt, auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen und in der Anwendung auf verschiedene Gegenstände ihre Identität in Konkurrenz zu alternativen theoretischen Angeboten klar zu markieren.

 2) Soziologische Theorien und Methoden

Die engere Verknüpfung von Theorien und Methoden ist ein wesentliches Forschungsziel. Im Arbeitsbereich „soziologische Theorien und Methoden“ werden die Verbindungslinien zwischen Theoriebildung und empirischer Forschung untersucht und daraus abzuleitende Möglichkeiten der Verknüpfung geprüft.

Die Forschung in diesem Fachgebiet konzentriert sich auf Konvergenzen zwischen  der systemtheoretischen Kommunikationstheorie (Luhmann) und sequenzanalytischen Forschungsmethoden. Weitere methodologische Problemstellungen, die in diesem Zusammenhang behandelt werden, betreffen die Beziehung zwischen den verschiedenen Formen des Sinnverstehens und der kausalen Erklärung sozialer Prozesse, sowie die Frage nach der spezifischen Struktur soziologischer Erklärungen.

 3) Parasitäre Sozialsysteme und funktionale Differenzierung der Gesellschaft

Die Systemtheorie beschreibt die moderne Gesellschaft als Population von Teilsystemen wie Politik, Ökonomie, Recht, Wissenschaft etc., von denen jedes auf die Erfüllung einer bestimmten sozialen Funktion spezialisiert ist. Eine ganze Reihe von Phänomenen von geradezu auf­dringlicher empirischer Präsenz wie transnationaler Terrorismus, Warlord-Formationen, kliente­li­sti­sche Netzwerke, organisierte Kriminalität und mafiöse Strukturen lassen sich bisher in diesen Rahmen nicht adäquat einordnen. Innerhalb des Arbeitsgebiets wird deshalb die Möglichkeit untersucht, die Theorie funktionaler Differenzierung zu ergänzen durch einen theoretischen Ansatz, der die erwähnten Phänomene als „parasitäre Sozialsysteme“ rekonstruiert und in der Differenzierungsform der modernen Gesellschaft verankert. Von besonderem Interesse sind dabei auch die sozialen Formen, die parasitäre Sozialsysteme annehmen, d.h. inwiefern und unter welchen Bedingungen sie sich etwa über wiederkehrende Anlässe der face-to-face Interaktion und/oder durch die Bildung von Organisationen bzw. die Formierung von Netzwerken reproduzieren.

4) Soziologie des politischen Systems

Dieser Schwerpunkt beschäftigt sich speziell mit dem politischen System der modernen Gesellschaft und damit, wie die Eigenlogik politischer Machtgewinnung und -erhaltung die Thematisierung von Problemen in der Politik und die Herstellung kollektiv verbindlicher Entscheidungen gleichzeitig ermöglicht und einschränkt. Übergreifendes Bezugsproblem dabei ist die Herstellung politischer Entscheidungssicherheit angesichts der Unsicherheit politischer Macht, die demokratische Wahlverfahren produzieren. Untersucht wird in diesem Zusammenhang die Bedeutung klientelistischer Erwartungen im Verhältnis zwischen Politikern bzw. Parteien und politischem Publikum auch unter Bedingungen funktionaler Differenzierung. Daneben gilt die Aufmerksamkeit der Rolle der öffentlichen Meinung und der Massenmedien sowie den unterschiedlichen Formen von Politikberatung.