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SOZIALWISSENSCHAFTEN


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Ringvorlesung FamilienLeben: Familiale Lebensführung in der Gegenwartsgesellschaft

Leitung: Prof. Dr. Katrin Golsch, Prof. Dr. Dominik Krimminger, Prof. Dr. Kai-Olaf Maiwald
Zeit: Mittwoch, 16:00 - 18:00 Uhr
Raum: siehe StudIP
Erster Termin: 06.11.2019

Inhalt

Die gegenwärtige sozialwissenschaftliche Familienforschung ist durch zwei Krisendiskurse geprägt. Der erste hat eine vergleichsweise lange Tradition; er reicht bis in das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. In ihm wird „Familie“ als potentiell gefährdetes Gebilde betrachtet, das verschiedene Auflösungstendenzen aufweise und womöglich nicht mehr in der Lage sei, die erforderlichen Beiträge für die Gesellschaft zu erbringen. Der zweite Diskurs ist neueren Datums. Er kreist um die Frage, wie denn angesichts einer „Pluralisierung der Lebensformen“ Familie überhaupt noch sozialwissenschaftlich zu begreifen sei. Wenn man nicht mehr wie selbstverständlich auf eine Vorstellung von ‚Vater-Mutter-Kind‘ unter dem Dach der Ehe zurückgreifen kann, wenn unverheiratet Zusammenlebende, „Fortsetzungsfamilien“, homosexuelle Paare mit Kindern, gar nicht ‚wirklich‘ Zusammenlebende und vielleicht sogar schon Paarbeziehungen als „Familie“ gelten sollen – wie lässt sich dann gehaltvoll bestimmen, was Familienbeziehungen als besondere Formen von Sozialbeziehungen ausmachen? In dieser Ringvorlesung werden aktuelle Forschungen vorgestellt, die mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen Gegenwartsdiagnosen zum Verhältnis von Familie und Gesellschaft unternehmen. Allerdings wird dabei nicht von vornherein eine Defizitperspektive angelegt, was Familien „noch“ oder „nicht mehr“ sind bzw. leisten. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass es „Familie“ (in den unterschiedlichsten Konstellationen) gibt und es darum geht, zum Verständnis des Familienlebens unter den Bedingungen der Gegenwartsgesellschaft beizutragen. Gleichzeitig soll es aber in den Vorträgen und in der Diskussion immer auch darum gehen, die besonderen Eigenschaften und Probleme dieser Beziehungsform herauszuarbeiten. Die Ringvorlesung gibt einen Einblick in aktuelle Forschungen, sie ist keine Einführung in die soziologische und erziehungswissenschaftliche Familienforschung. Es wird vorausgesetzt, dass die Teilnehmenden schon über entsprechende Grundkenntnisse verfügen. Texte, die in Fragen der aktuellen Familienforschung einführen, finden sich im Dateiordner der Veranstaltung in Stud.Ip. Gute Einführungen in die Familienforschung bieten u.a.:

- Günther Burkart: Familensoziologie. Konstanz: UVK 2008

- Dorett Funcke, Bruno Hildenbrand: Ursprünge und Kontinuität der Kernfamilie. Einführung in die Familiensoziologie. Wiesbaden: Springer VS 2018

- Rosemarie Nave-Herz: Familiensoziologie. Ein Lehr- und Studienbuch. Oldenbourg: De Gruyter 2018

 

Teilnahme- bzw. Leistungsnachweise

1) Allgemein:
Von allen Studierenden wird erwartet, dass sie regelmäßig an der Ringvorlesung
teilnehmen.

2) Studienleistung („aktive Teilnahme“) für die beteiligten BA-Studiengänge (LP
entsprechend den Vorgaben der Studiengänge):
Vier Protokolle zu jeweils einer Sitzung im Umfang von mindestens einer Seite, die
innerhalb von einer Woche nach der Sitzung erstellt werden müssen. Bitte stellen Sie
Ihr Protokoll als PDF-Dokument ins Stud.Ip (Reiter: „Aufgaben“). Bitte benennen Sie
Ihre Dateien nach folgendem Schema: Nachname_Ringvorlesung_Protokoll.

3) Studienleistung („aktive Teilnahme“) für die beteiligten MA-Studiengänge (LP
entsprechend den Vorgaben der Studiengänge):
a) Vier Protokolle zu jeweils einer Sitzung im Umfang von mindestens einer Seite, die
innerhalb von einer Woche nach der Sitzung erstellt werden müssen. Bitte stellen Sie
Ihr Protokoll als PDF-Dokument ins Stud.Ip (Reiter: „Aufgaben“). Bitte benennen Sie
Ihre Dateien nach folgendem Schema: Nachname_Ringvorlesung_Protokoll. UND:
b) Vorbereitung von mindestens zwei Fragen für die abschließende Podiumsdiskussion
am 12.02.2020 (kommentiert, im Umfang von jeweils mindestens 250 Wörtern). Bitte
stellen Sie die kommentierten Fragen (in einer PDF-Datei) bis spätestens dem
06.02.2020 ins Stud.Ip (Reiter: „Aufgaben“). Bitte benennen Sie Ihre Dateien nach
folgendem Schema: Nachname_Ringvorlesung_Podiumsdiskussion.

4)  Prüfungsleistung für die beteiligten erziehungswissenschaftlichen BA-Studiengänge (LP
entsprechend den Vorgaben der Studiengänge):
a) Vier Protokolle zu jeweils einer Sitzung im Umfang von mindestens einer Seite, die
innerhalb von einer Woche nach der Sitzung erstellt werden müssen. Bitte stellen Sie
Ihr Protokoll als PDF-Dokument ins Stud.Ip (Reiter: „Aufgaben“). Bitte benennen Sie
Ihre Dateien nach folgendem Schema: Nachname_Ringvorlesung_Protokoll. UND:
b) Ein Essay zu 2-3 Themen im Umfang von 8-10 Seiten (Themen und Literatur werden
in Stud.Ip bereitgestellt). Bitte stellen Sie Ihr Essay (in einer PDF-Datei) bis spätestens
dem 31.03.2020 ins Stud.Ip (Reiter: „Aufgaben“). Bitte benennen Sie Ihre Datei nach
folgendem Schema: Nachname_Ringvorlesung_Essay.

5) Prüfungsleistung für die beteiligten MA-Studiengänge (LP entsprechend den Vorgaben
der Studiengänge):
a) Vier Protokolle zu jeweils einer Sitzung im Umfang von mindestens einer Seite, die
innerhalb von einer Woche nach der Sitzung erstellt werden müssen. Bitte stellen Sie
Ihr Protokoll als PDF-Dokument ins Stud.Ip (Reiter: „Aufgaben“). Bitte benennen Sie
Ihre Dateien nach folgendem Schema: Nachname_Ringvorlesung_Protokoll. UND:
b) Eine Hausarbeit zu einem Thema, das mit den Leiter_innen abzusprechen ist, im
Umfang von 12-15 Seiten. Bitte stellen Sie Ihre Hausarbeit (in einer PDF-Datei) bis
spätestens dem 31.03.2020 ins Stud.Ip (Reiter: „Aufgaben“). Bitte benennen Sie Ihre
Datei nach folgendem Schema: Nachname_Ringvorlesung_Hausarbeit.

Ablaufplan

Ablaufplan
30. Oktoberentfällt wegen Abschiedsvorlesung von Prof. Czada
6. NovemberEinführung, Organisatorisches
13. NovemberDas Kind als autarke Persönlichkeit. Zu einem modernen Typus
von Sozialisation und jugendlicher Identitätsbildung Kai-Olaf
Maiwald (Universität Osnabrück)
20. NovemberDie Kontinuität der Kernfamilie. Die gleichgeschlechtliche Familie
als ein Fall von Familie? Dorett Funcke (FernUniversität Hagen)
27. NovemberZum Problem der Rekonstruktion von Erziehung im Kontext
familialer und schulischer Interaktion Andreas Wernet (Leibniz
Universität Hannover)
4. DezemberDie Familie als Bildungsagentur? Dominik Krinninger, Kaja
Kesselhut (Universität Osnabrück)
11. DezemberFamilienkonzepte und familiale Lebensführung nach Trennung
und Scheidung Matthias Euteneuer (Fliedner Fachhochschule
Düsseldorf)
18. Dezember
8. JanuarFamilienerziehung im Generationenvergleich Hans-Rüdiger Müller,
Sylvia Jäde (Universität Osnabrück)
15. JanuarWas können wir aus zwillingsbasierten Studien für die Analyse
sozialer Ungleichheiten lernen? Das Beispiel der TwinLife Studie
Martin Diewald (Universität Bielefeld)
22. JanuarDoing und Undoing Family. Ein anderer Blick auf Elternschaft
Karin Jurczyk (Deutsches Jugendinstitut München)
29. JanuarÜbertragungseffekte zwischen Familie und Erwerbsbiographie:
Erkenntnisse zu Work-Family-Konflikten und Übergängen in die
Berufsausbildung Katrin Golsch, Ayhan Adams, Henrik Pruisken
(Universität Osnabrück)
5. FebruarDie Bedeutung des Wechselmodells für das kindliche Wohlbefinden
nach elterlicher Trennung oder Scheidung Anja Steinbach, Lara
Augustijn (Universität Duisburg-Essen), Tobias Helms (Universität
Marburg)
12. FebruarPodiumsdiskussion