Profil
Werden die Sozialwissenschaften als Erfahrungswissenschaften verstanden, dann sind wir daran interessiert zu erfahren, ob unsere Vermutungen, Hypothesen oder Theorien über gesellschaftliche Sachverhalte richtig oder falsch sind. Wir müssen dann unsere Hypothesen an der Realität – wie auch immer sie begriffen wird –überprüfen. Diese im Vergleich zum Alltag systematische Überprüfung geschieht mit bestimmten Methoden der Datensammlung und Datenanalyse, die in der Disziplin „Empirische Sozialforschung“ entwickelt werden bzw. entwickelt worden sind.
Die empirische Sozialforschung ist eine fachübergreifende Disziplin und bietet für alle Studiengänge am Fachbereich Sozialwissenschaften eine integrative Methodenausbildung. Es werden im Basismodul grundlegende Kenntnisse in die Verfahrensweisen der empirischen Sozialforschung und der Statistik vermittelt, die je nach Studiengang unterschiedlich vertieft werden. Die integrierte praxisorientierte Vermittlung von Methoden und Datenanalyse in Form des „projektorientierten Kompaktkurses (POK)“ bildet den Schwerpunkt der Methodenausbildung. Hinweise zur Methodenausbildung finden Sie hier.
Neben der methodenbezogenen Forschung liegen weitere Schwerpunkte in den Bereichen Terrorismus, Interpersonale Attraktion, Hochschulforschung und Wertewandel.
Der Fachbereich Sozialwissenschaften trauert um Prof. Dr. Reiner Niketta.

Reiner Niketta war von 1993 bis 2010 als Professor für empirische Sozialforschung und Statistik und ihre wissenschaftstheoretischen Grundlagen an der Universität Osnabrück tätig.
Engagiert auf allen Ebenen der universitären Selbstverwaltung,
wirkte er u. a. von 1997 – 1998 als Dekan am Fachbereich
Sozialwissenschaften und war langjähriger Vorsitzender des
Promotionsausschusses sowie des Prüfungsamtes. Durch die von ihm neu
konzipierte integrierte sozialwissenschaftliche Methodenausbildung
prägte er Generationen von Studierenden und wusste viele von Ihnen für
die empirische Forschung zu begeistern.
Seine fachliche Kompetenz, sein unermüdliches Engagement für die
Studierenden und seine kollegiale Verbindlichkeit werden uns fehlen.
Nachruf für Prof. Dr. Reiner Niketta
Aktuelles
Hinweise zur Methodenausbildung am Fachbereich (Stand: 13.12.2009)
SPSS-Skripte für die Lehre finden Sie hier.
Einige interessante Links im Bereich Methoden/Statistik
Aktuelle Forschung in diesem Fachgebiet
Reiner Niketta:
Terrorismus und seine Folgen: Im Rahmen der Terror-Management-Theorie (Solomon, Greenberg & Pyszczynski) wurde eine Skala zur Erfassung der Angst vor terroristischen Bedrohungen konstruiert. Es werden die Korrelate untersucht, u.a. manifeste Angst, Kontrollüberzeugungen, Medienkonsum, Pazifismus, Einstellungen zu den USA, politische Einstellungen, Vorstellungen über Terroristenprototypen. Das Projekt wird in Verbindung mit dem POK plus-Modul durchgeführt.
Interpersonale Attraktion: In einer Reihe von Untersuchungen werden zurzeit folgende Probleme bzw. Determinanten der interpersonalen Attraktion untersucht: Das Problem der Differenz zwischen Selbst- und Fremdbeurteilung der physischen Attraktivität, romantische Einstellungen über Liebe ("Romantizismus"), Partnerschaftsvorstellungen und sexuelle Orientierung, SMS und Internetplattformen als neue Kommunikationsformen in romantischen Beziehungen, physische Attraktivität und Evaluation von Lehrveranstaltungen. Das Projekt wird in Verbindung mit dem POK plus-Modul durchgeführt.
Evaluation der Studienbedingungen in den B.A.-Studiengängen am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück: Seit 2000 werden jährlich im Wintersemester die Studierenden in den Bachelor-Studiengängen zu ihren Studienbedingungen befragt. Inhaltliche Bereiche bei den Erstsemestern sind: Aspekte der Studiengangswahl, Studierweisen, erste Erfahrungen im Studiengang, Studiermotivation und Fachidentität, soziodemografische Variablen. Der Fragebogen für Studierende ab dem 2. Studienjahr umfasst Aspekte der Studiensituation und der Studienberatung, Studierweisen, Studiermotivation, Fachidentität, finanzielle Aspekte. Studierende ab dem 3. Studienjahr werden zusätzlich noch nach Gründen für ein etwaiges Studieren über die Regelstudienzeit hinaus befragt.
Paarvergleichsskalierung in Umfragen: Die Paarvergleichsskalierung gilt als ein sehr präzises Verfahren in der Objektskalierung. Sie ist aber bei einem vollständigen Paarvergleich wenig praktikabel. Es sollen Optionen einer unvollständigen Paarvergleichsmethode in Umfragen ausgelotet werden. Das vorhandene EDV-Programm PAIRCOMP soll in diese Richtung modifiziert und erweitert werden.
Hier finden Sie Forschungsberichte und (ältere DOS-) EDV-Software.
Ehemalige Kollegen:
Dr. Harald KleinDr. Gisbert van Elsbergen

